Gennacher Wappen


Am 28. November 1963 wurde vom Bayerischen Staatsministerium des Innern der
damaligen Gemeinde Gennach die Zustimmung erteilt, ein Wappen zu führen:

Beschreibung des Wappen:

In Rot unter silbernem Wellenbalken eine silbern behandschuhte Hand, darauf sitzend
ein rotbewehrter silberner Falke mit goldener Kappe.

Die Begründung:

Im Moosgebiet westlich der Gennach, die namengebend für die Siedlung war, befand sich seit dem Mittelalter ein ausgedehntes Jagdrevier, in dem besonders Falken und Reiherbeizen abgehalten wurden. Das Wappen verbindet deshalb das Symbol für die Falkenjagd in origineller Weise mit dem Hinweis auf die Gennach. Auch hier beziehen sich die Farben Silber und Rot auf das Wappen des ehemaligen Hochstifts Augsburg, zu dem der Ort bis 1803 gehörte. (Nach Archivdirektor Dr. Klemens Stadler, München) Das Wappen wurde nach einem Entwurf von Anton Reiß, Gennach, von dem Heraldiker Korhammer, Augsburg, ausgeführt.

Welchem Keltenstamm, Räter. Veneter oder Illyrer die ersten Menschen angehörten, die in unserer Gegend jagten und Fischfang betrieben, werden wir wohl nie erfahren. Ein Halsring (ca 12 cm ), eine Lanzenspitze (ca. 14 cm verschollen), ein Rädchen aus Bronze ((ca. 5,6 cm ), die 1856 beim Torfstechen gefunden wurden, ein Bronzemesser der Urnenfelderzeit (Fundort und Zeit unbekannt) waren wahrscheinlich Opfergaben oder gingen vielleicht bei einem Jagdunfall in früher Zeit verloren. Vermutlich sind die Gegenstände spätlateinisch (bis 500 n. Chr.). Heute sind sie im Römischen Museum in Augsburg zu sehen.

Nach der Unterwerfung der keltischen Vindelicier (sie besiedelten seit dem 5. Jahrhundert v. Chr. die Gegend) durch die Römer um 15 v. Chr., diente der Ort wahrscheinlich als Schlupfwinkel für einzelne Überlebende. Der größte Teil der Bevölkerung wurde deportiert. Die Frauen und Kinder auf den Sklavenmärkten Italiens versteigert, die wehrfähige Jugend als römische Hilfstruppen auf fernen Kriegsschauplätzen eingesetzt.

Bei den Eroberungskämpfen um 500 n. Chr. mussten die Alemannen gegen die Franken, unter Führung des Merowingerkönings Chlodowech, eine schwere Niederlage hinnehmen. Um der Vernichtung zu entgehen, stellten sie sich unter den Schutz des Ostgotenkönigs Theoderich (Dietrich von Bern). Dieser siedelte einen Teil der aus der Maingegend stammenden Flüchtlinge in der entvölkerten Gegend südlich von Augsburg an. Nach Theoderichs Tod, um 536, kam die Bevölkerung dann doch unter die Herrschaft der Franken und damit zur Christianisierung unserer Gebietes in größerem Umfang.

Wann die erste Taufkapelle in Gennach errichtet wurde, ist nicht bekannt, wohl aber bereits im 8. Jahrhundert.


Quelle: Festschrift der Musikkapelle Gennach anlässlich des IX. Bezirkmusikfest vom 10. bis 13. Juli 1970 in Gennach



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